2016 Goldrenette von Blenheim

Die Goldrette von Blenheim wurde um 1800 als Zufallssämling in England gefunden und ist in der Rhön neben Boskoop die häufigste Sorte. Der Apfel mag nährstoffreiche, aber nicht überdüngte Böden und wächst gut in windgeschützten Lagen, wobei in der Rhön bei guten Bedingungen ein Anbau bis in Höhenlagen von 500 m möglich ist. Für den Bio-Streuobstanbau zeichnet er sich insbesondere durch eine hohe natürliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten aus. Der stark wachsende Baum hat eine sehr ausladende Krone und trägt nach 10-15 Jahren Früchte, wobei alle zwei Jahre ein voller Ertrag zu erwarten ist.

Der Apfel erreicht die Pflückreife ab Anfang Oktober, die Genussreife als Tafelapfel reicht von November bis Februar. Wie gut der Apfel bei sachgerechter Lagerung noch Anfang Februar aussieht zeigt das Foto.

Der Apfel ist mittelgroß und kugelförmig abgeflacht, bei Vollreife ist die Grundfarbe goldgelb, die Deckfarbe verwaschen goldrot und die Schale glatt und trocken. Die Stielgrube ist mitteltief und mittelweit, oft bis zum Rand hin fein berostet und der Stiel ist mittellang. Eine flache, schüsselförmige ganz weit geöffnete Kelchgrube birgt den mittelgroßen Kelch. Das mittelgroße Kernhaus enthält rehbraune, ovale und mittelgroße Kerne.

Das Fruchtfleisch ist gelblich-weiß und mittelfest-feinzelligund wird im Laufe der Lagerung mürbe. Der Geschmack ist nussartig - edelaromatisch.

Apfel des Jahres 2015: HOSSFELDS GULDERLING

Entstehung: Diese Sorte wurde regelrecht wiederentdeckt und ist vor allem in der thüringischen Rhön verbreitet. Dort wird sie unter anderem in Sortenerhaltungsgärten gepflegt.

Form: Abgestumpft rundlich bis kegelförmig, meist mit unterschiedlichen Hälften

Schale: Glatt, fast geschmeidig, verfärbt sich von anfangs grünlichgelb übergoldgelb bis sonnenseitig gerötet

Stielgrube: mäßig bis mitteltief, mittelweit, fast eben, berostet

Kelchgrube: meistens halb offen und grünlich, schwach wollig

Fruchtfleisch: gelblichweiß, fein, ziemlich fest, nicht merklich gewürzt

 

Apfel des Jahres 2014: REDERS GOLDRENETTE

Vollständiger Name: Reders Goldrenette

Entstehung: Diese Lokalsorte aus der fränkischen Rhön wurde 1882 von einer Baumschule "Reder" aus Mellrichstadt (Landkreis Rhön-Grabfeld) gezüchtet. Sie ist aber inzwischen auch im Alten Land bei Hamburg verbreitet.

Reife: Mitte bis Ende September. Genußreife bis Ende Oktober

Verwertung: Tafel- und Wirtschaftsapfel

Form und Größe: groß, regelmäßig und etwas abgeflacht

Schale: Orangerot, marmoriert, kurz gestreift, bräunliche Punkte

Stielgrube: Mitteltief, mittelweit, strahlig braun verrostet, Stiel mittellang

Kelchgrube: Flach mit breiten Falten, Kelch sehr weit offen

Fruchtfleisch: Weißlich, mürbe, nur schwach aromatisch

Standort: wächst in der Rhön in Lagen bis 600 m Höhe

Anfälligkeit: wenig anfällig für Schädlinge und Krankheiten

Wuchs: Stark wachsend, schöne Krone in Pyramidenform, mittellang lebend

Ertrag: Die Äpfel sind an jungen Bäumen relativ groß, bei mangelnder Pflege haben ältere Bäume nur kleine Früchte

Anbauwert: Wegen der Eignung für Höhenlagen besonders in Mittelgebirgen interessant

 

Apfel des Jahres 2013: DÜLMENER HERBSTROSEN-APFEL

Vollständiger Name: Dülmener Herbstrosenapfel

Entstehung: Diese Sorte wurde um 1870 aus Samen von „Gravensteiner" vom Lehrer Jäger in Dülmen gezogen.

Reife: Je nach Lage Anfang September. Früchte drücken sich gegenseitig vom Baum, mehrfaches Durchpflücken ist ratsam. Nicht Windfest.

Verwertung: Frischverzehr, Gute Wirtschaftssorte

Form und Größe: Meist groß, Breitrund und kantig. Flache Kelcheinsenkung meist schief und kantig. Stiel kurz in tiefer, strahlig berosteter Stielgrube. Schale glatt, bei Vollreife und am Lager stark fettig. Grundfarbe gelb mit kurzen, verwaschenen roten Streifen.

Fruchtfleisch. Weißgelblich locker, feinzellig und saftig

Standort: In guten, durchlässigen Böden bis in mittlere aber windgeschützte Lagen

Anfälligkeit: Gering für Feuerbrand, Schorf nur bei hohem Befallsdruck in Warmlagen, mäßig anfällig für Virosen, Mehltau, Blutläuse, Kernhausfäule bei sommerlicher Nässe.

Wuchs: Anfangs kräftig, später mittelstark. Gelegnetliche Auslichtung ist nötig um ein zu dichte Krone zu vermeiden. Im Vollertrag breit ausladende, gut verzweigte und etwas wirre Krone. Im alter überhängend.

Ertrag: Wechsel zwischen mittelhoch und gering, jedoch ohne ausgeprägte Alternanz.

Blüte: Mittelfrüh, kurz andauernd, nicht frostempfindlich. Guter Pollenspender (diploid)

Anbauwert: Liebhabersorte. Wegen Schorfanfölligkeit im Garten eher empfehlenswert anstelle von „Gravensteiner", auch für Streuobstflächen.

Apfel des Jahres 2012: ROTE WALZE

Weitere Namen: In Hausen/Rhön ist er als Ploatzapfel und in
Frickenhausen bei Mellrichstadt als Trompetenapfel bekannt.

Entstehung: Unbekannt, jedoch angeblich in Deutschland. Sie war vor dem Jahr 1600 schon bekannt. Bei den Pomologen galt sie als ausgestorben. Bei der Sortenbestimmungsaktion 1996 entdeckte man sie in der Rhön.
Es gibt noch einige Altbäume in der Rhön. Im Obstsortenerhaltungsgarten in Hausen/Rhön wurde sie wieder kultiviert.

Reife: Ende September. Nicht Windfest.

Verwertung: Gute Wirtschaftssorte, hervorragend als Kuchenapfel (Ploatzapfel)

Form und Größe: Groß, walzenförmig mit ungleichen Hälften. Flache Kelcheinsenkung mit flachen Rippen über der Frucht. Stielgrube weit, mitteltief und wenig berostet. Schale etwas fettig. Bei Reife hellgelb, Sonnenseite stark gerötet. Gestreifte Deckfarbe mit feinen Schalenpunkten.

Kernhaus: Groß, mit schlotternden Kernen.

Fruchtfleisch. Grobzellig, saftig, weinsäuerlich, ohne hervortretende Süße.

Standort: Anspruchslos an Boden und Klima, auch in rauen Höhenlagen in der Rhön in 700 m noch anzutreffen.

Anfälligkeit: Sehr robust, kein Schorf, kein Mehltau, keine Krankheiten.

Wuchs: Sehr stark, Krone weit ausladend.

Ertrag: Wechsel zwischen mittelhohen bis hohen Ernten und völligem Ertragsausfall.

 

Apfel des Jahres 2011: GOLDPARMÄNE

Vollständiger Name: Wintergoldparmäne

Entstehung: Nach Literaturangaben stammt unser Apfel des Jahres vermutlich aus Frankreich. Über England gelangte er ca. 1800 nach Deutschland. 1853 wurde er durch deutsche Pomologen zum allgemeinen Anbau empfohlen

Frucht: mittelgroß, Pflückreife Mitte Sept. bis Anfang Oktober. Genussreife Oktober bis Februar (Herbst- Wintersorte)

Form: variabel, rundlich bis hochrundlich, fassförmig

Verwertung: für Frischverzehr und alle Verarbeitungsarten geeignet.

Schale: glatt, trocken, mürbe, wenig wachsig. Bei Reife goldgelb, sonnenseits teils braunrot gestreift.
Kelchgrube weit, flach mit feinen Falten, Stielgrube weit, wenig tief, typisch olivbraun strahlig berostet

Fruchtfleisch: gelblich, mittelfest, saftig, süß mit feiner Säure, Aroma nussartig

Baum: Wuchs mittelstark, später schwächer. Leitäste steil aufrecht, Kronenform aufstrebend hochkugelig. Junge Bäume bedürfen eines regelmäßigen Schnittes

Blüte: lange anhaltend, guter Pollenspender (diploid), mäßig frostempfindlich

Standort: gute Fruchtqualität ist in geschützter Lage bis in mittlere Höhen zu erwarten, auf mehr trockenen als auf nassen Böden. Es gibt aber auch genügend Beispiele für gesunde Bäume in höheren Lagen


Der Apfelbaum der „Goldparmäne" ist nicht typisch für unsere Rhöner Streuobstwiesen. Jedoch ist er von erheblicher Wichtigkeit, da er ein hervorragender Pollenspender für andere Apfelsorten, die triploid sind, d.h. Sorten die unbedingt auf Fremdbestäubung angewiesen sind. Angewiesen sind z.B. Boskoop, Gravensteiner, Kaiser Wilhelm u.a.


 

Apfel des Jahres 2010: LOHRER RAMBOUR

Herzlichen Dank an Frau Anna-Maria Schmied aus Dipperz, die unserem Vorstand diese Apfelsorte vorgeschlagen hat. Wir sind dieser Anregung gerne gefolgt.

Und hier der Steckbrief, zusammengestellt von Vorstandsmitglied Adam Zentgraf - danke !

weitere Namen: Schweikheimer Rambur, Krumme Lore, Zocklerapfel ...
Entstehung: ungewiss - die Sorte ist vermutlich regional in Lohr am Main entstanden. Auch im Gebiet Schweikheim am Neckar ist sie verbreitet.
Reife: pflückreif Ende Oktober, lagerfähig bis Mai
Verwertung: für Saft- und Weinbereitung, bei Lagerung auch für Dörrobst und Frischverzehr geeignet
Form und Größe: groß bis sehr groß, ungleichmäßig, oft schief, kugelförmig abgeflacht, fassförmig; breite Kanten von der Stielgrube bis zum Kelch
Schale: glatt, wird bei Lagerung fettig, grüngelb, sonnenseits verwaschen, gestreift und marmoriert mit hellen Punkten
Stielgrube: mittelweit und mitteltief, oft mit breiten Kanten, häufig strahlig berostet, kurzer dicker Stiel
Kelchgrube: eng und mitteltief, mit breiten Kanten, teils auch große Höcker, Kelch meist ganz geöffnet, Blätter schmal und befilzt
Kernhaus: groß, mittig, Achse geöffnet, Wände teils mit breiten, ausgeblühten Rissen, wenige Kerne, lang zugespitzt
Fruchtfleisch: gelblich weiß, fest, sehr saftig, säuerlich und wenig gewürzt
Standort: anspruchslos bezüglich Boden und Klima, in der Rhön Anbau noch in 600 m Höhenlage möglich
Anfälligkeit: widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge
Wuchs: sehr stark wachsend, bilden aber keine geraden Stämme, sollten daher auf Stammbildner veredelt werden, Krone breit ausladend und im Ertragsstadium leicht hängend
Blüte: mittelfrüh einsetzend, reichlich und regelmäßig
 

Apfel des Jahres 2009: BOIKENAPFEL

 

Der Boikenapfel ist mittelgroß bis breit-kegelförmig mit grasgrüner bis grünlichgelber Deckfarbe und glatter, leicht fettiger Schale. Das feste weiße und saftige Fruchtfleisch schmeckt erfrischend weinsäuerlich. Der Apfel ist druckunempfindlich und zeichnet sich durch seine lange Lagerzeiten aus, seine Genussreife zieht sich von Dezember bis hin zum Juni des Folgejahres.
Der Apfelbaum ist anspruchslos, mittelstark und stramm aufrechtwüchsig, später breitausladend. Aufgrund seiner mittelspät einsetzenden Blüte ist er für raue Obstlagen und fast alle Böden geeignet. Seine Erträge sind eher niedrig, aber dafür regelmäßg mit wenig Ausfall, und sie erhalten mit zunehmender Reife bessere Qualität. Die Erntezeit beläuft sich auf Mitte Oktober.

 

Apfel des Jahres 2008: PFLANKENAPFEL

Der Apfel des Jahres, der Pflankenapfel, ist ein sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel. Er zählt zu den Rhöner Lokalsorten und ist eine echte Spezialität. Er kann ab Ende September geerntet und eingelagert werden. Seine Genußreife erreicht er ab Dezember. Der Pflankenapfel ist klein bis mittelgroß, abgestumpft und leicht eiförmig. Meist sind die Äpfel ziemlich gleichmäßig gebaut, deshalb eignet sich diese Sorte besonders gut zum Verkauf. Die Fruchtschale ist glatt, grünlichgelb bis gelb. Auf der Sonnenseite oft punktiert gerötet oder rot überlaufen. Zur Reifezeit ist die ganze Frucht gestreift. Die Schalenpunkt sind fein und braun. Der deutliche Geruch, das hellgelbe Fruchtfleisch, welches fein, saftreich und renettenartig gewürzt ist machen ihn zu einer echten Gaumenfreude. Die leicht vorherrschende, jedoch angenehme Säure bei ausreichend hohem Zuckergehalt verleihen ihm gute Keltereigenschaften.

 

 

 

Apfel des Jahres 2007: KAISER WILHELM

Der Kaiser Wilhelm ist eine Apfelsorte, aus der sich besonders guter Apfelsaft herstellen lässt. Der Kaiser Wilhelm zählt zu den sehr stark hochwachsenden und breitkronigen Streuobstsorten.

Seine Früchte sind nicht druckempfindlich und mittelgroß bis groß (bis 170g schwer). Ihre Grundfarbe ist gelblichgrün; bei Vollreife weist die goldgelbe Farbe auf der Sonnenseite eine starke rötliche Deckfarbe auf, die teils gestreift erscheint. Der Ertrag wird in zweijährlichem Rhythmus als hoch bis sehr hoch beschrieben. Der Kaiser Wilhelm eignet sich zum sofortigen Verzehr ebenso gut wie zum Mosten und Lagern. Man sollte ihn aber höchstens bis Anfang März lagern, da er dann schnell mürbe wird. Geerntet werden kann ab Ende September bis Mitte Oktober.

Übrigens: In der ehemaligen DDR war dieser Apfel unter dem Namen „Wilhelmsapfel“ bekannt. Jetzt ist der „Kaiser“ wieder erlaubt.

Apfel des Jahres 2006: SEEBAER BORSDORFER

Von Carsten Kallenbach
Seeba. In jedem Jahr kührt die „Rhöner Apfelinitiative" den „Apfel des Jahres". Jetzt wurde diese Auszeichnung einer regional und zahlenmäßig sehr eingeschränkten Streuobstsorte zuteil. Die Wahl des Vorstandes fiel auf den „Seebaer Borsdorfer".

Egon Gopfert aus dem thüringischen Seeba kennt den „Seebaer Borsdorfer" schon seit seiner Kindheit. Der Baum mit den gleichmäßigen gelben und nicht allzu großen Äpfeln steht seit Jahrzehnten bei ihm im Garten. Er kann, schätzt der Apfelliebhaber aus der thüringischen Rhön, gut und gerne 100 Jahre auf dem Buckel haben. Der echte „Seebaer Borsdorfer" ist damit einer von rund 80 Bäumen, die die Göpferts besitzen. Seit Gründung der „Rhöner Apfelinitiative" - und das ist jetzt immerhin schon zehn Jahre her - liefert der Obstbauer in das System der Kelterei Elm im hessischen Flieden ein. Das Geld, das Egon Göpfert für sein Bio-Obst von der Apfelinitiative bekommt, ist weit mehr als das Doppelte, das er von einem anderen Obstverarbeiter in relativer Nähe erhalten würde. „So gesehen lohnt es sich schon, Obst in der Rhön anzubauen und Mitglied der Apfelinitiative zu sein - auch wenn viel Arbeit damit verbunden ist", meint er. In diesem Jahr hat er allerdings nur Arbeit und kaum Gewinn mit seinen Äpfeln gehabt: Nur zehn Prozent eines durchschnittlich guten Erntejahres haben seine Streuobstbäume abgeworfen. Auf den „Seebaer Borsdorfer" ist Egon Göpfert besonders stolz. Diese Sorte ist in ihrer Verbreitung nämlich bislang nur eng regional begrenzt. Neben Seeba gibt es ihn noch in Herpf, Stedtlingen und Stepfershausen. In Seeba wurde der Baum schon vor 1830 gefunden - das geht aus historischen Aufzeichnungen verschiedener Pomologen hervor. Zwischendurch hieß der „Seebaer Borsdorfer" auch einmal „Fromms Goldrenette". Fromm war ein Geheimrat aus Meiningen. Der neue Name für den seltenen und sehr wohlschmeckenden Apfel konnte sich allerdings nie ernsthaft durchsetze. „Wir haben schon immer nur vom 'Borsdorfer' gesprochen", sagt Egon Göpfert.

Alten Stamm veredeln

Den „Seebaer Borsdorfer" hat der Apfelbauer bereit auf einem anderen Stamm veredelt. Außerdem hat er noch eine jungen Baum gepflanzt, um somit die alte Sorte zu erhalten und zu vermehren. In der Literatur ist die Rede davon, dass junge Stämme frostempfindlich sein können. „Wer keine Neuanpflanzung wagen will, kann ja den 'Seebaer Borsdorfer' auf einem alten Stamm veredeln", rät deshalb Obstbauer Göpfert.

Aromatisch und sehr gut für Apfelwein

Der Apfel des „Seebaer Borsdorfer" selbst ist gelblich und hat mitunter - je nach Standort - sogar ein rotes Bäckchen. Von Natur aus besitzt er einen leichten Anflug von Schorf. „Der Geschmack dieses Streuobstapfels ist ausgezeichnet. Er ist sehr aromatisch und nicht zu sauer, sondern eher mild." Bereits Anfang Oktober kann die Frucht vom Bau herab gegessen werden; hält sich aber bei richtiger Lagerung bis in den Januar hinein. Damit ist der „Seebaer Borsdorfer" ein typischer Herbst- und Winterapfel. Er eignet sich zum Verzehr als Tafelapfel, zum Vermosten „und man kann daraus einen sehr guten Apfelwein machen", mein Göpfert. Der Vorsitzende der Rhöner Apfelinitiative, Jürgen Krenzer, hatte in den vergangen Jahren in seinem Gastronomiebetrieb im hessischen Seiferts mehrfach sortenreinen „Seebaer Borsdorfer"-Apfelwein ausgeschenkt. Natürlich kaufte er die Rohware dafür bei Egon Göpfert. Der Wein des Seebaer Hausapfels schmeckt nämlich angenehm mild und trifft damit vor allem den Geschmack der Thüringer. „Die Hessen und Bayern bevorzugen eher einen recht sauren Wein, aber Thüringer wollen ihn leicht süßlich", weiß der erfahrene Obstbauer.

Bedrohte Sorten auf Dauer erhalten
Der „Seebaer Borsdorfer" erfüllt mit seinen Eigenschaften alle entscheidenden Kriterien die von der „Rhöner Apfelinitiative" an einen „Apfel des Jahres" gestellt werden. Vor allem trägt die Auszeichnung dazu bei, eine recht seltene und nicht so verbreitete Sorte auf Dauer zu erhalte. Einige Baumschulen, die eng mit der „Rhöner Apfelinitiative" zusammenarbeiten, werden den „Seebaer Borsdorfer" daher pünktlich zur richtigen Pflanz- und Veredlungssaison als Reisen- und Jungbaum bereithalten.

Apfel des Jahres 2005: PRINZENAPFEL

Zum vierten Mal wurde ein Apfel des Jahres durch den Verein gekürt. Die Auswahl ist auf den Prinzenapfel gefallen.

Synonyme: Ananasapfel, Glockenapfel, Flaschenapfel, Schlotterapfel, Walzenapfel... Herkunft: Erstbeschreibung 1788, starke Verbreitung in Norddeutschland, Sortenbestimmung meist schwierig durch viele verschiede Typen Blüte: Späte, langanhaltende und gegen Witterungseinflüsse unempfindliche Blüte.

Guter Pollenspender, da diploid. Frucht: In der Größe stark variierend, 80-160g. Äpfel sind meist walzenförmig bis länglich. Schale: Glatte, mattglänzende mit zahlreichen kleinen Punkten übersäte Schale, die sich mit zunehmender Reife hellgelb und ist sonnenseits rötlich gestreift. Fleisch: Das Fleisch ist gelblich weiß, saftig, fein und mürbe. Geschmack süßsäuerlich. Lager: Schnell welkend.

Verwendung: Für alle Verwendungszwecke geeignet, besonders gut zum Dörren. Baum: Wuchs mittelstark mit hochkugeliger Krone. Sehr wiederstandsfähiger und langlebiger Baum. Es gibt bis zu 100jährigen Bäume. Rückschnitte und Auslichtungsschnitte notwendig. Standort: Bevorzugt einen durchlässigen, feuchten und nahrhaften Boden. Sehr gut geeignet für das Küstengebiet und Gebirgslagen in großen Höhen.

Ertrag: Sehr gut für den extensiven Anbau geeignet. Ertrag früh einsetzend & regelmäßig.

Apfel des Jahres 2004: ROTE STERNRENETTE

Rechtzeitig zum Beginn des Rhöner Apfeljahres 2004 wurde die alte Streuobst-Apfelsorte "Rote Sternrenette" zum Apfel des Jahres 2004 gekürt. Mit der Aktion "Apfel des Jahres" möchte die Rhöner Apfelinitiative einen weiteren Beitrag zur Förderung alter, längst vergessener Apfelsorten unserer Heimat leisten. Daher wird sich in diesem Jahr vieles rund um die Winterapfelsorte "Rote Sternrenette" drehen, die vielen Rhöner auch als der Weihnachtsapfel bekannt ist.

Diese alte Apfelsorte, die ursprünglich vom Niederrhein stammt, hat in der Rhön einen recht hohen Verbreitungsgrad. Die wunderschönen roten Früchte mit vielen oft hellen Punkten werden meist ab Anfang Oktober reif, sind sofort genussreif und können durchaus bis in den Januar hin gelagert werden. Sie eignen sich hervorragend als Tafelobst - aber auch als Kelterobst werden diese aromatischen Früchte in der Rhön sogar zu sortenreinem Apfelwein verarbeitet. Der Baum wird oft fälschlich als witterungsempfindlich eingestuft. Die schwankenden Ernten liegen aber oft an den fehlenden Bestäubern zur recht späten Blütezeit dieses Baumes. An ältere Bäume blüht oft nur eine Baumseite, so das der Baum jedes Jahr trägt.

So sollen auch wieder sortenreine Produkte aus dem Apfel des Jahres entstehen wie Saft oder Wein, Apfelbrand, Apfelliköre, Apfelchips und einiges mehr. Wie der Vorstandsvorsitzende der Rhöner Apfelinitiative, Jürgen H. Krenzer, äußerte, soll mit dieser weiteren Aktivität auch eine Sensibilisierung der Rhöner Bevölkerung für die selten gewordenen Apfelsorten erreicht werden. Denn immerhin leben wir in einer Zeit, in der Kinder (noch) mehr Automarken kennen als Apfelsorten.

Nicht jede Apfelsorte kann dieses Prädikat erlangen, denn die prämierte Paradiesfrucht sollte eine Streuobstsorte sein, sowohl als Tafel-, als auch als Wirtschaftsapfel taugen, "natürlich" in der Rhön wachsen, bei guter Pflege einen regelmäßigen Ertrag haben, dennoch beim Verbraucher noch relativ unbekannt sein und natürlich müssen auch die Partner-Baumschulen der Rhöner Apfelinitiative diese Sorte für die Apfelfans vorrätig haben.

Die Vorschläge für den Apfel des Jahres kamen von Rhöner Apfel-Liebhabern und von Mitgliedern der Rhöner Apfelinitiative. Die Entscheidung traf nach intensiver Beratung der Vorstand.

Apfel des Jahres 2003: JAKOB FISCHER

Rechtzeitig zum Beginn des Rhöner Apfeljahres 2003 wurde die alte Streuobst-Apfelsorte "Jakob Fischer" zum Apfel des Jahres 2003 gekürt. Mit der Aktion "Apfel des Jahres" möchte die Rhöner Apfelinitiative einen weiteren Beitrag zur Förderung alter, längst vergessener Apfelsorten unserer Heimat leisten.

Diese alte Apfelsorte zeichnet sich durch einen kräftigen Wuchs und hohe Widerstandsfähigkeit gegen Frost aus. Sie ist daher für den Streuobstanbau und als Stammbildner auch in höheren Lagen sehr empfehlenswert. Die äußerlich ansprechenden, großen Früchte reifen in der Rhön etwa Mitte September und eignen sich als Tafel- und Haushaltsobst, jedoch mit geringerer Lagerfähigkeit.

So sollen auch wieder sortenreine Produkte aus dem Apfel des Jahres entstehen wie Saft oder Wein, Apfelbrand, Apfelliköre, Apfelchips und einiges mehr. Wie der Vorstandsvorsitzende der Rhöner Apfelinitiative, Jürgen H. Krenzer, äußerte, soll mit dieser weiteren Aktivität auch eine Sensibilisierung der Rhöner Bevölkerung für die selten gewordenen Apfelsorten erreicht werden. Denn immerhin leben wir in einer Zeit, in der Kinder (noch) mehr Automarken kennen als Apfelsorten.

Nicht jede Apfelsorte kann dieses Prädikat erlangen, denn die prämierte Paradiesfrucht sollte eine Streuobstsorte sein, sowohl als Tafel-, als auch als Wirtschaftsapfel taugen, "natürlich" in der Rhön wachsen, bei guter Pflege einen regelmäßigen Ertrag haben, dennoch beim Verbraucher noch relativ unbekannt sein und natürlich müssen auch die Partner-Baumschulen der Rhöner Apfelinitiative diese Sorte für die Apfelfans vorrätig haben.

 

Apfel des Jahres 2002: AUSBACHER ROTAPFEL

Der erste Apfel des Jahres der Rhöner Apfelinitiative war der Ausbacher Rotapfel. Schließlich hat vieles im Jahr 1995 mit dem Ausbacher Rotapfel seinen Anfang genommen.

Eine Beschreibung des Ausbacher Rotapfels finden Sie unter Neuigkeiten - denn im Jahr 2008 haben die Hessischen Pomologen diesen Rhöner Apfel zur Hessischen Lokalsorte des Jahres ausgerufen. Recht so!

Rhöner Apfelinitiative e.V. • Eisenacher Straße 24 • D-36115 Ehrenberg-Seiferts/Rhön