Alle Jahre wieder - wenn es auf die Apfelernte zugeht, interessiert sich die Presse besonders um die Arbeit der Rhöner Apfelinitiative. Nicht immer kann allen Interviewwünschen nachgekommen werden. Lesenswert ist der Artikel "Kaiser Wilhelm" lebt! der am 15. August im Marktkorb veröffentlicht wurde...
Jahreshauptversammlung der Rhöner Apfelinitiative: Neue Produkte vorgestellt / PC-System an Apfel-Annahmestellen implementiert / „Lohrer Rambour" ist Rhönapfel des Jahres 2010
von Alexander H. Klüh
Die Rhöner Apfelinitiative e.V. (RAI), die größte bio-zertifizierte Streuobstinitiative Deutschlands, stellte im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung beachtliche Neuerungen vor: Die Apfelannahmestellen wurden mit PCs vernetzt und ein neues Gutscheinsystem soll das Rhöner „Apfelgeld" im regionalen Wirtschaftskreislauf halten.
Bei „Rhöner Tapas" sowie Rhöner Säften, Schorlen und Fruchtweinen begrüßte der 1. Vorsitzende, Jürgen H. Krenzer, die erschienen Mitglieder und Apfelfreunde zu einem diskussionsfreudigen Abend in der Rhöner Schaukelterei. Es folgte der obligatorische Rechenschaftsbericht des Vorstandes und der Entlastung durch die Kassenprüfer und die Mitgliederversammlung wurde Hubert Heger zum neuen Kassenprüfer gewählt sowie einige neue Mitglieder aufgenommen. Nach diesen Formalien ging es dann zu den eingangs erwähnten interessanten Neuerungen über. Harald Elm, Geschäftsführer der gleichnamigen Kelterei in Flieden und wichtigster verarbeitender Partner der RAI, ließ die Apfelernte 2009 Revue passieren: „Wir haben nicht einmal zehn Prozent der Rekordernte 2008 einfahren können, im gesamten Einzugsgebiet der RAI mit fast 3000 Apfelbauern und -lieferanten, kamen nur knapp 200 Tonnen Äpfel zusammen", erklärte Elm. Das habe allerdings die Möglichkeit eröffnet, ein neues Computersystem an den elf Annahmestellen in der Rhön zu implementieren. Von dort aus werde das angelieferte Obst nur direkt in einer Datenbank bei der Kelterei Elm verbucht - und die Kunden bekommen ihr Guthaben auf einer Chipkarte gut geschrieben. Auch die Auszahlungsmodalitäten haben sich geändert: An Stelle der bisherigen Barauszahlungen im Lohnmostsystem trat die Ausgabe von Wertgutscheinen der Handelskette Tegut. „Dadurch halten wir den Wert der Rohware im Rhöner Wirtschaftskreislauf", so Harald Elm, denn Tegut kaufe von den eingelösten Gutscheinen schließlich wieder Rhöner Säfte.
Auch bei Neupflanzungen sieht sich die RAI auf Erfolgskurs: „Seit Auflage des Projekts ‚1000 Apfelbäume' im Jahr 2003 wurden bereits mehr als 1500 Apfelbäume neu gepflanzt und durch unseren Fonds gefördert", resümierte Maike Pfannmüller. Im Projekt „Quitten für die Rhön" sei man nach Anlage einiger Wiesen hingegen vorerst in den „Beobachtungsstatus" (Krenzer) übergegangen, um zu analysieren, wie sich die Pflanzen im rauen Rhöner Klima entwickeln. Schließlich stellte Vorstandsmitglied Adam Zentgraf dann den Rhön-Apfel des Jahres 2010, den „Lohrer Rambour" vor, der sich nicht nur in der Rhön heimisch fühle, sondern sich auch bestens zum Frischverzehr, zum Most wie auch zur Lagerung als Dörrobst eigne.
Doch kaum eine RAI-Jahreshauptversammlung vergeht ohne die Vorstellung neuer Rhöner Produkte: Nachdem im vergangenen Jahr die Bionade Quitte präsentiert wurde, waren es in diesem Jahr die Säfte und Schorlen die die Kelterei Elm seit Anfang des Jahres mit dem Eichenzeller Mineralbrunnen Förstina unter der gemeinsamen Marke „Unterm Apfelbaum" vermarktet. „Wir brauchen einen stabilen Absatz qualitativ hochwertiger Produkte um die Preise in unserem System stabil zu halten", erklärte Kelterei-Chef Harald Elm. Jürgen Krenzer merkte an, dass für Rhöner Streuobst ein Vielfaches des sonst üblichen Marktpreises gezahlt werde - und dass diese Preise über Jahre garantiert werden, auch wenn, wie in der kommenden Saison wieder eine überdurchschnittliche Ernte erwartet werde.
Bilder:
Liebe Freunde, Förderer und Mitglieder der Rhöner Apfelinitiative,
als Vorsitzender der grössten Streuobst-Initiative Deutschlands fehlt mir heute richtig die Lust, eine 08/15 Jahres-Abschlusskolumne zu schreiben. Und gerade deshalb habe ich das Foto oben gezielt ausgewählt. Die Aussage: Trinkt jeden Tag Happy Day - und wir werden garantiert kein Happy New Year mehr erleben. Dieses Foto entstand übrigens am Frühstücksbüffet eines renommierten 4-Sterne-Hotels mitten in den Weinbergen des südlichen Burgenlandes. Traubensaft stand nicht auf dem Tisch. Genauso wie es guten Streuobst-Apfelsaft genauso häufig in deutschen Hotels und Gastronomiebetrieben gibt wie Beate Uhse-Shops in Vatikanstadt.
Aber ich werde nicht jammern! Denn unsere Initiative ist auch im Jahr 14 nach Gründung sehr erfolgreich gewesen - im Gegensatz zu den Wirtekollegen, die unseren Saft nicht ausschenken ;-). Nicht alles läuft rund - aber auch jeder Apfel ist nicht gleich rund. Die Ernte war miserabel und unser neues PC-gestütztes Apfeleinsammel- und Registriersystem steckt noch in den Kinderschuhen. Da bin ich wirklich froh, das es im ersten Jahr dieser Neuerung nicht allzu viele Äpfel gab.
Preiskämpfe um die Rohware Apfelsaft - und natürlich auch Bio-Apfelsaft - toben am Markt wie ein schweres Gewitter über der Hochrhön. Unsere Keltereien brauchen da Durchhaltevermögen und genügend Liquidität. Das ist nicht immer leicht. Und wer weiß, wie im Moment den Banken der Arsch auf Grundeis geht, der versteht auch das was ich hier schreibe. Auch manche Einzelhandelsketten (leider auch mein Liebling tegut) machen uns das Leben nicht leichter. Immer wieder Preisverhandlungen, immer wieder müssen Zugeständnisse gemacht werden. Alle reden von einer rosigen Zukunft regionaler Produkte. Nur das mit dem Handeln (im wahrsten Sinne des Wortes) fällt allen schwer. Aber wie bereits geschrieben: Diese Erbsenzähler in den grauen Anzügen und den tristen Büros machen einen Fehler.
Aber egal! Wir sind durch. Das Jahr 2009 ist für alle Partner unserer Initiative geschafft und abgehakt. Und alle sind noch da! Bereit, im Jahr 2010 wieder anzugreifen. Denn uns gehört die Zukunft. Und wer das nicht glaubt, der sollte sich unser neuestes Projekt einmal näher anschauen: Es heißt "Unterm Apfelbaum" und ist die bisher einmalige Kooperation zwei unserer Partnerbetriebe. Förstina Sprudel und Kelterei Elm gehen konsequent neue Wege. Vermarkten gemeinsam Äpfel unserer Initiative innerhalb einer konsequent regionalen Produktpalette. So etwas hat es meines Wissens in diesem Land noch nicht gegeben. Weitere Infos unter www.untermapfelbaum.de
Für das neue Jahr wünsche ich allen Menschen Kraft, Optimismus und Lebensfreude. Auf in den Kampf gegen Langeweile, Tristess, Coca Cola und Happy Day. Happy New Year!!!
Euer Jürgen H. Krenzer
Endlich ist es soweit und die Apfelernte 2009 kann beginnen. Um die Systematik und die gesetzlich vorgeschriebene Rückverfolgbarkeit unserer Äpfel - "Vom Baum ins Glas" - gewährleisten zu können haben wir uns entschlossen ein PC-gesteuertes System an allen Annahmestellen zu installieren. Hierzu erhalten Sie eine Kundenkarte mit der Sie einfach und schnell ihre Apfelabgabe und den Lohnmosttausch durchführen können. Um sicher zu stellen, dass auch die richtige Kundenkarte für Sie ausgestellt wird, nehmen Sie bitte den erhaltenen Apfelbrief mit Ihren aktualisierten Daten bei der ersten Anlieferung mit.
Pro 100 kg gelieferter Öko Streuobstäpfel werden wie folgt eingezahlt:
Zur Stabilisierung unseres Lohnmosttausch-Systems müssen wir gemeinsam ab dieser Apfelsaison neue Wege gehen. Hierfür konnten wir einen regionalen Partner, die Firma tegut gewinnen. Ab sofort werden wir Ihre Äpfel nicht mehr gegen Bargeld aufkaufen, sondern nur gegen Guthaben. Dieses Guthaben kann nach Ihrem eigenen Wunsch entweder in Guthaben für die Annahmestelle oder in tegut Coupons (à 10,00 €) getauscht werden. Tegut garantiert der Kelterei Elm die Abnahme Ihrer Streuobstäpfel in Form von Rhöner Öko Streuobstprodukten. Hierdurch stabilisiert sich die Wertigkeit der Öko Streuobstäpfel von 15,50 €/100 kg.
Den Ablauf zur Apfelannahme mit Lohnmosttausch, Aufkauf in Guthaben und tegut Coupons können Sie sich als pdf-Datei herunterladen.
...was bedeutet das?
Vor allem: Äpfel dann ernten wenn sie reif sind, denn nur so erhalten sie auch eine entsprechend hohe Qualität an Saft. Die vielen verschiedenen Apfelsorten blühen zu unterschiedlichen Zeiten und müssen deshalb auch entsprechend geerntet werden. Unser Ziel muss es sein, nur reife und somit qualitativ hochwertige Äpfel zu ernten un an den Annahmestellen anzuliefern.
Die Apfelernte im Streuobstbau beginnt gegen Ende August. Hier sind "Weißer Klarapfel" oder "Gravensteiner" reif. Diese Sorten eignen sich jedoch nicht zum Keltern.
Mitte September und im Oktober hat die Apfelernte dann Hochsaison. Hier müssen die traditionellen Kelteräpfel wie "Schafsnase", "Berner Rosenapfel", "Rote Sternrenette", "Lohrer Rambour", "Prinzenapfel", "Boskoop", "Kasseler Renette", "Ontario" oder "Boikenapfel" geerntet und gekeltert werden.
Im November werden "Rheinischer Bohnapfel" oder "Roter Eiserapfel" reif. Diese späten Sorten eignen sich ebenfalls gut zum Keltern.
...und wie erkennt man das ein Apfel reif ist?
Es wird zwischen Baumreife und Genussreife unterschieden. Für das Keltern hat die Genussreife keine Bedeutung. Die Baumreife ist entscheidend. Sie ist dann eingetreten, wenn sich der Apfel durch leichtes Drehen vom Baum lösen lässt, ohne das Fruchtholz zu beschädigen. Viele Sorten fallen bei der Baumreife alleine vom Baum. Dann ist der richtige Zeitpunkt für die Ernte erreicht.
Grundsätzlich gilt: Bei Fruchtfall im August oder September nicht dazu verleiten lassen alle Äpfel von den Bäumen zu schütteln und an die Annahmestellen bringen, denn diese Äpfel sind von minderer Qualität. Sie sind noch nicht reif, von Schädlingen befallen oder werden bei übervollem Behang vom Baum abgeworfen.
Ganz späte Sorten sind oft sehr sturmfest und müssen Ende Oktober oder im November geschüttelt werden. Hier wird es zwar bereits kalt und ungemütlich bei der Ernte, das zahlt sich aber beim Saft aus, denn jetzt ist der Apfel vollreif und der Saft vorzüglich.
...Äpfel verwandeln sich in leckere Säfte und Weine!
Wo und wie das funktioniert?
Natürlich nur an den 13 Annahmestellen der Rhöner Apfelinitiative e.V.!
Einfach reife und gesunde Äpfel an unseren Annahmestellen anliefern und dann zwischen mehr als 60 Produkten auswählen. Ein Teil der Äpfel kann auch an die Annahmestelle "verkauft" werden.
Warum gibt es Lohnmosttausch?
Der Lohnmosttausch dient der Stabilisierung des Systems. Sie haben die Äpfel, wir machen den Saft daraus. Wenn Sie keine Verwendung für Saft haben, dann haben wir in Zukunft keine Verwendung mehr für Ihre Äpfel! Unser System funktioniert nur, wenn jeder seinen Beitrag dazu leistet.
Lohnmosttausch bedeutet: "Aus der Region für die Region"
Sie unterstützen unsere Region durch den Konsum unserer Apfel-Produkte, die ja auch aus Ihren Äpfeln hergestellt werden. So haben alle etwas davon. Hier bekommen Sie für Ihr Geld noch echte Rhöner Qualität!
Wir machen aus Ihren Äpfeln Rhöner Öko Streuobt Äpfel
"Meine Äpfel sind doch ÖKO! - die werden gepflückt und nicht geschüttelt."
"Ich spritze doch nichts auf meiner Wiese."
"Wie? - Meine Äpfel sind nicht ÖKO! Die Äpfel von meinem Nachbarn sind doch auch ÖKO".
So oder so ähnlich klingt es, wenn wir neuen Anlieferern von Äpfeln erklären, dass ihre Äpfel nicht als Öko Äpfel angenommen werden können. Klar bewirtschaften die meisten ihre Streuobstwiese ökologisch, also ohne synthetische Mittel oder zumindest meinen sie das, doch dass muss geprüft werden. Und das geht nur, wenn Fachleute Wiese und Bäume vor der Apfelernte besichtigen. Die Flächen müssen für die Kontrolle angemeldet werden, telefonisch unter 06655-980-12, per Fax -16 oder per e-mail apfelbuero@rhonerlebnis.de oder tobias.bug@kelterei-elm.de
Sie sind automatisch angemeldet, wenn Sie ihre Äpel als konventionelle Äpfel an eine unserer Annahmestellen geliefert haben und ihre vollständigen Daten an der Annahmestelle hinterlegt wurden.
Geprüft wird vor allem:
Bei herrlichem Wetter und üppig blühenden Apfelbäumen werden wir im Mai mit der Bio-Kontrolle der Rhöner Streuobstwiesen beginnen. In diesem Jahr kontrollieren als sogenannte "Sachkundige Dritte" Julia Djabalameli, Bernhard Kastilan und Frau Döll vom Landschaftspflegeverband in Kaltensundheim. Paralell zur internen Kontrolle kontrolliert die Bio-Kontrollstelle AGRECO, hier sind Frau Pilz und Herr Klett für uns unterwegs. Stichprobenartig werden bereits registrierte Anlieferer/Erzeuger überprüft. Zusätzlich werden auch zahlreiche "Neukunden", also erstmalige Apfel-Anlieferer kontrolliert, sodass diese ihre Äpfel in 2009 dann als Öko-Äpfel in das System einliefern können. Bedingt durch die Flut an neuen Anlieferern haben wir die Kontrolle auf diese Apfelbauern mit mehr als 10 Apfelbäumen beschränkt. Alle die noch Interesse an der Bio Konrolle Ihrer Apfelbäume haben können sich noch bis 30.07.2009 im Apfelbüro (apfelbuero@rhoenerlebnis.de, Tel. 06683-96340) oder bei Tobias Bug (tobias.bug@kelterei-elm.de, Tel. 06655-980-12) anmelden.
Auch in 2009 werden die Koordinaten der Apfelbaum-Standorte mittels GPS ermittelt und gespeichert werden.
„Ein Jahr,das alle Rekorde gebrochen hat“
Man stelle sich vor: Ein Tagungsraum in der kleinsten gewerblichen Kelterei der Welt, auf den Tischen ausschließlich Öko-Säfte und Bio-Fruchtweine aus heimischen Obst sowie Wasser aus Quellen der Region, dazu werden Rhöner Bio-Kruste, hausgemachte Aufstriche und Apfel-Klopse gereicht. Klarer Fall: Hier tagt eine Regionalinitiative. Die größte bio-zertifizierte Streuobstinitiative Deutschlands, die Rhöner Apfelinitiative (RAI), hatte zur Jahreshauptversammlung geladen.
Wie zu Anfang jeder Mitgliederversammlung wurden auch an diesem Abend erst einmal die Formalien abgehandelt: Jürgen H. Krenzer, 1. Vorsitzender der RAI, begrüßte die erschienenen Mitglieder, Gäste und Apfelfreunde zu einem „sortenreichen Abend“ und stellte die Beschlussfähigkeit fest. Fast 3000 Mitglieder zähle der Verein mittlerweile, resümierte Krenzer, und freute sich, auch im vergangenen Jahr wieder einige hochkarätige Mitstreiter gewonnen zu haben. Darunter unter anderem die Schlitzer Korn- und Edelobstbrennerei, Hohmanns Brauhäuser, Bionade, Vita Verde, sowie zahlreiche Einzelmitglieder. Gleichzeitig stellte Krenzer den neuen RAI-Geschäftsführer Tobias Bug vor, der Maike Pfannmüller im Mutterschutz vertreten hatte.
Nach diesen Vereinsinterna wurde es dann aber doch langsam interessant: Harald Elm, Chef der gleichnamigen Kelterei in Flieden und Verarbeiter der Rhöner Äpfel, gab mit seiner Tochter und Firmennachfolgerin Ramona Elm einen ausführlichen Erntebericht für die Saison 2008 ab: „Wir haben ein Jahr erlebt, das alle Rekorde gebrochen hat. Schon im Laufe des vergangenen Jahres haben wir zahlreiche Vorbereitungen getroffen, um die Ernte ohne Zwischenfälle zu überstehen“, erklärte der Diplomingenieur für Getränketechnologie. So seien mehrere hunderttausend Euro in eine neue Keltertechnik sowie zusätzliche Tankkapazität investiert worden, gleichzeitig sei die Logistik von den Apfelannahmestellen in der Rhön hin zur Kelterei in Flieden optimiert worden. Die 2500 Tonnen Äpfel (2200 Tonnen davon übrigens in Bio-Qualität), die die Rhöner anlieferten, hätten zwar kurzfristige und –zeitige Annahmestopps notwendig gemacht, um die riesigen Mengen zu verarbeiten, aber „wir haben bis in den Dezember hinein jeden Apfel angenommen, der geliefert wurde. Auch wenn andere Keltereien schon im September ihre Tanklager voll hatten und deswegen nichts mehr angenommen haben“, führte Elm aus. Jetzt gehe die Arbeit aber erst richtig los, so Elm weiter, denn die erzeugten Produkte müssen nun auch verkauft werden. Bislang wird 50 Prozent des Rhöner Bio-Apfelsafts unter der Marke „Elm – Öko aus der Rhön“ in Berliner Bioläden verkauft, gab Harald Elm zu Protokoll. Um das regionale System stabil zu halten, forderte Krenzer die Mitglieder auf, auf regionale Produkte zu setzen, für diese zu werben und sie natürlich auch zu kaufen: „Wir müssen dafür sorgen, dass die 400000 Euro, die den Rhöner Apfelbauern zufließen, auch hier in der Region bleiben“, so Krenzer. Um dies zu gewährleisten, arbeite das Vorstandsteam mit einigen Kooperationspartnern an einer Art Gutscheinsystem. Konkrete Informationen hierzu seien in diesem Jahr zu erwarten.
Nach einem Rückblick auf weitere „saftige Vereinsaktivitäten“ referierte Esther Pilz von der Bio-Kontrollstelle AGRECO über das Eigenkontrollsystem der RAI und es fand eine Aussprache der Mitglieder zum neuesten RAI-Projekt „Quitten für die Rhön“ statt. Danach wurde der amtierende Vorstand in Summe im Amt bestätigt: Jürgen H. Krenzer bleibt 1. Vorsitzender, Bernhard Kastilan und Adam Zentgraf seine Stellvertreter, Christof Gensler Schatzmeister, Heinrich Hess Schriftführer. Zu Kassenprüferinnen wurden Corinna Dänner und Brigitte Vorndran gewählt.
Text und Foto: Alexander H. Klüh | www.N-2-L.de
Der neue Rhöner Apfelkalender ist da!
Er präsentiert sich in diesem Jahr in einem knalligen Orange und enthält wieder alle wichtigen Termine des Jahres, fachliche Beitrage rund um den Apfel, Kontaktdaten unserer Partner und Freunde, und Vieles mehr zum Thema Streuobst. Der Druck startet nächste Woche, und er ist schon jetzt als pdf hier verfügbar.
> Apfelkalender 2009 <
Rhöner Rekordapfeljahr 2008: 88 Prozent Bio-Anteil und noch bessere Qualität durch neue Keltertechnik
Rhön (klü). Gerade in der Weihnachtswoche wurden die letzten Äpfel aus der Rhön zu Saft gepresst, 2008 ist damit ein absolutes Rekordjahr für die hiesigen Apfelbauern. Sowohl in Ertrag wie in Qualität wurden in diesem Jahr neue Maßstäbe gesetzt. Im Gespräch mit Alexander Klüh ziehen die Rhöner Apfelinitiative und die Kelterei Elm aus Flieden eine Bilanz über das Apfeljahr 2008.
Fantastische Apfelernte
Knapp 2.500 Tonnen Äpfel haben die Apfelbauern der Rhön in diesem Jahr zu den zwölf Annahmestellen der Rhöner Apfelinitiative (RAI) gebracht. Zwischen Steinbach, Dermbach und Bettenhausen, Sandberg und Flieden wurde damit „eine der besten Apfelernten eingefahren, die die Rhön je gesehen hat“, erklärt RAI-Vorsitzender Jürgen H. Krenzer.
Dekanter statt Bandpresse
Verarbeitet wurde die Rekordernte im Partnerbetrieb der Initiative, der Kelterei Elm in Flieden. Im 50. Jahr des Firmenbestehens investierte Harald Elm dabei schon vor der Ernte 350.000 Euro in eine neue Keltertechnik: Seit Anfang September arbeitet dort, wo früher eine meterhohe Bandpresse stand, ein circa drei auf ein Meter großer „Dekanter“. In einer Art Zentrifuge wird der Saft nun quasi aus der vorgemahlenen Apfelmaische herausgeschleudert. „Diese Investition rechnet sich in ökonomischer wie ökologischer Hinsicht“, erklärt der Diplom-Ingenieur für Getränketechnologie, Harald Elm. Der Dekanter leistet nämlich mit bis zu 10 Tonnen pro Stunde nicht nur einen höheren Durchsatz, sondern liefert auch eine bessere Saftqualität: „Es handelt sich hier um ein geschlossenes System, das heißt, wir keltern unter Ausschluss von Luft. Dadurch wird die Oxidation vor dem sterilen Einlagern minimiert und auch weniger Abwasser produziert“, führt Elm weiter aus.
Größte Streuobstinitiative Deutschlands
Apropos Saftqualität: 2.200 Tonnen der Rhöner Äpfel wurden in Bio-Qualität angeliefert - satte 88 Prozent. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren und dieser Fortschritt geht auf das Konto der Rhöner Apfelinitiative. „Mit 2.850 Mitgliedern sind wir die größte bio-zertifizierte Streuobstinitiative Deutschlands“, freut sich deren Vorsitzender, Jürgen H. Krenzer. Dazu sei innerhalb des Vereins viel Arbeit geleistet worden, viele Rhöner mussten überzeugt werden, sich beziehungsweise ihre Apfelbäume bio-zertifizieren zu lassen. Ein Aufwand, der sich lohnt, schließlich bietet die Rhöner Apfelinitiative über die gesamte Apfelsaison einen garantierten Festpreis von 14,50 Euro pro 100 Kilogramm angelieferten Bio-Äpfel - ein vielfaches von dem, was für konventionelles Obst gezahlt wird.
Investition in Tanklager
In den Stoßzeiten seien zwar einige Annahmepausen nötig gewesen, um mit der Verarbeitung nachzukommen, aber „im Gegensatz zu vielen anderen Keltereien haben wir bis in die Weihnachtswoche gepresst, und alle Äpfel angenommen, die an die Annahmestellen geliefert wurden“, ergänzt Harald Elm. Dazu sei auch die Lagerkapazität der Kelterei nochmals um eine Million Liter aufgestockt worden. „Man kann also getrost seine Äpfel am Baum hängen lassen, bis sie wirklich reif sind“, rät Jürgen Krenzer, denn nur aus reifem Obst könne ein guter Saft oder Wein werden.
Wertschöpfung soll in der Region bleiben
Eines liegt den beiden Regionalisten Krenzer und Elm dann doch noch auf der Seele: Die mehr als 400000 Euro, die den Rhöner Apfelbauern zufließen, sollen auch im regionalen Kreislauf gehalten werden. Auf der Jahreshauptversammlung der RAI am 5. März 2009 könnte ein entsprechendes Modell vorgestellt werden.
Bio-Apfelbrand aus Rhöner Streuobst
Übrigens: Aus den letzten Äpfeln die in der Weihnachtswoche in der Kelterei Elm verarbeitet wurden, soll ein neues hochwertiges Produkt in Bio-Qualität entstehen. In Kooperation mit der Schlitzer Edelobstbrennerei wird aus diesen 40 Tonnen Apfelmaische ein edler Bio-Apfelbrand entstehen. Der muss zunächst aber noch mindestens ein Jahr lagern und soll 2010 auf den Markt kommen.
Frohe Kunde für die Rhöner Apfelinitiative: Der Kult-Limo-Hersteller BIONADE ist seit kurzem Fördermitglied. BIONADE-Gesellschafter und Geschäftsführer Peter Kowalsky und Jürgen Krenzer haben dies bei der Begehung einer Streuobstwiese besiegelt. Die Rhöner Apfelinitiative freut sich auf eine fruchtbare Partnerschaft.
Apfelwein-Eis, spannende Vorträge, Buchlesung und Flüssiges vom Rhönapfel
Am 24. Juni eröffnete Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller die Ausstellung "UNESCO-Biosphärenreservat Rhön" im ÜWAG-Kundenzentrum in Fuldas Stadtzentrum. Maike Pfannmüller durfte als Doppelspitze (Hessische Apfelwein-Königin und Geschäftsführerin der Rhöner Apfelinitiative) die Eröffnungsgäste mit flüssigen Rhöner Bio-Streuobstspezialitäten verwöhnen.
Die hochinteressante Ausstellung mit vielen anschaulichen Informationen ist noch bis zum 31. Juli geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Am Aktionstag Freitag, 18. Juli wird Maike ab 14 Uhr kostenlos leckerstes Kult-Apfelwein-Eis verteilen. Otto Ewers, Chef der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats wird zum Thema "Modellregion Rhön - ein erfolgreiches Experiment" referieren.
Zum Abschluß der Ausstellung stellt Jürgen H. Krenzer am Dienstag, 29. Juli um 14 Uhr sein Buch zum neuen Premium-Wanderweg der Rhön vor. Titel: "Ein Rhöner auf dem Hochrhöner". Eine anschliessende Buchlesung, untermalt mit einer kleinen Bilderschau und begleitet mit Krenzers Apfelsherry runden diesen Veranstaltungstag ab.
Eine Ursprungszelle der Rhöner Apfelinitiative, die Gemeinde Hohenroda feierte am Sonntag, 14. September ihr 100jähriges Bestehen als Gutsbezirk und Großgemeinde. Grund genug für die Rhöner Apfelinitiative gemeinsam mit dem Hessischen Pomologen-Verein einen Aktionstag im Schloß Hohenroda dem Ausbacher Rotapfel zu widmen.
Diese aus der Gemeinde Hohenroda stammende Apfelsorte ist die Hessische Lokalsorte des Jahres 2008. Bereits im Jahr 2002 war der „Ausbacher" der erste Apfel, der von der Rhöner Apfelinitiative zum „Apfel des Jahres" gekürt wurde.
So gab es von 10 bis 16 Uhr eine kleine Sortenausstellung - natürlich auch mit dem prominenten einheimischen Apfel.
Die Rhöner Apfelinitiative informierte vor Ort über das Projekt „1000 Apfelbäume" und bot durch ihre Vorstandsmitglieder aktive und kompetente Beratung an. Partnerbaumschulen führten in das Themen Sortenauswahl, Pflanzung und Baumpflege ein. Als Höhepunkt des Aktionstages rund um den Ausbacher Rotapfel wurde ein Exemplar der Hessischen Lokalsorte des Jahres 2008 von der Hessischen Apfelweinkönigin Maike I. und einer weiteren prominenten Hand gepflanzt.
Der Vorsitzende der Rhöner Apfelinitiative im Epizentrum des Streuobstanbaus - im württembergischen Urbach fand am 17. April 2008 ein landesweiter Streuobsttag statt. Zum Thema "Streuobst schafft regionale Identität" sollten kommunale Ansätze für Baden-Württemberg näher beleuchtet werden. Immerhin kommen aus Baden-Württemberg fast 50% des deutschen Streuobstsaftes.
Grund für die Tagung ist der Rückgang der Streuobstbestände, die bekanntlich wichtige Biotope der Artenvielfalt sind. Das war 1995 auch das Motiv zur Gründung der Rhöner Apfelinitiative. Und die ist Vorreiter für unzählige andere Streuobstinitiativen in Deutschland geworden. Gerade der Ansatz "Schutz durch Nutzung" wird im Biosphärenreservat nicht nur proklamiert, sondern wirklich gelebt. Jürgen Krenzer machte den anwesenden Aktivisten Mut, auch einmal andere Wege zu gehen. Und stellte dabei sein 3-A-Modell vor:
Denn nur wenn man für eine Idee AUSGELACHT wird, ist diese wirklich gut. Das Schulterklopfen zeichnet hingegen eine schlechte oder durchschnittliche Idee aus. Aber dann kommt eine schwere Zeit, in der man ANGEMACHT wird. Erfolg produziert automatisch viele Neider. Doch das kann durchaus auch beflügeln. Ist auch das überwunden, dann wird gnadenlos ABGEKUPFERT. Gerade die ehemaligen Skeptiker sind dann diejenigen, die den Weg gehen, den sie vorher belächelt hatten. Das Gute am 3-A-Prinzip: Jede Phase dauert ein Jahr. Und somit hat der Kreative in der Regel drei Jahre Vorsprung, den er gut nutzen kann.
Natürlich durfte zum Abschluss des Vortrages ein kleiner, flüssiger Gruß aus der Rhön nicht fehlen - in Form eines Rhöner ApfelSherrys.
Am Samstag, 5. April war es bei idealem Pflanzwetter soweit:
Gemeinsam mit 10 Baumpaten aus der Gemeinde Fladungen wurde auf dem Spielplatz in Oberfladungen (Fränkische Rhön) der erste von 10 Pflankenäpfeln gepflanzt. Der Pflankenapfel ist Apfel des Jahres 2008. Diese sehr selten gewordene Lokalsorte der Rhön ist mit bemerkenswertem Altbestand noch im Raum Fladungen vertreten. Grund genug für die Rhöner Apfelinitiative, diese Bäume im Rahmen des 1000-Apfelbaum-Projekts zur Verfügung zu stellen. Mögen noch viele, viele Pflankenäpfel folgen. Die Partnerkeltereien der Rhöner Apfelini freuen sich schon jetzt darauf, diesen Apfel zu einer ganz besonderen Spezialität ausbauen zu können...
Ein Visionär ist ein Mensch, der Unsichtbares sehen kann. Und damit seiner Zeit immer ein wenig voraus ist. Die Mitglieder der Rhöner Apfelinitiative haben gemeinsam viele Visionen in die Tat umgesetzt:
- Rhöner Schau-Kelterei in Seiferts
- Streuobstlehrpfad in Hausen
- Kelterei Ausbacher Roter
- Bio-Manufaktur der Kelterei Elm in Flieden
- Rhöner Apfelbier der Rother Bräu
- Apfelchips der Antonius-Werkstätten
- Krenzers ApfelSherry
- Biosiegel Rhön für Streuobst-Produkte
- Nachzucht alter heimischer Obstsorten
- Nachhaltige Kooperation mit Baumschulen
- Apfelmessen in allen 3 Bundesländern
- seit 1995 Veranstaltungskalender "Rhöner Apfelbörse"
- 12 Annahmestellen für Rhöner Öko-Streuobstäpfel
- Buch "Rhöner Apfelträume"
- Projekt 1000 Apfelbäume
- internationale Streuobstsymposien
- Vorbild für viele andere Streuobst-Initiativen