Biologische Vielfalt der Obstwiesen: Birnen in der Landschaft – eine fast vergessene Obstart

Das Birnen und Äpfel nicht vergleichbar sind, weder was die Wirtschaftlichkeit angeht - noch ihre Produktvielfalt, das erahnen wir. Dass aber die Birne eine Geschmacksexplosion sein kann, dass Ihre Süße und Saftigkeit viele Menschen begeistern, dass wissen wir. Aber Sie ist fast verschwunden als Baum. Im 19. Jahrhundert war dieser Fakt noch anders. Insbesondere die robusten und ertragreichen Wirtschafts- und Mostbirnen waren weit verbreitet. Die Birne bleibt eine pomologische Kostbarkeit. Ein Seminar in Wetzlar am 07.September stellt die Birne wieder in den Mittelpunkt. Mehr Informationen auf der rechten Seite bei den PDF - Listen "Biologische Vielfalt der Obstwiesen: Birnen in der Landschaft – eine fast vergessene Obstart"

Bayerisches Landesamt für Landwirtschaft - Seminar "Bio Streuobstanbau und Streuobstverwertung"

In diesem Jahr findet wieder ein Einsteigerseminar für den Bio Streuobstanbau statt. Ist das vielleicht ein Antrieb für so manchen Streuobstbesitzer aus der Rhön durchzustarten und unsere schönen Rhöner Äpfel einem guten Zweck zukommen zu lassen? Das Seminar findet vom 14.10.2019 bis 18.10.2019 in Kringell bei Passau an der Öko-Akademie statt. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der rechten Seite im Download - Bereich! Änderungen im Ablaufplan sind noch möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung bei Frau Greiner in Kringell unter: Akademie für Ökologischen Landbau am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Ökologischen Landbau (LVFZ) Kringell Frau Greiner Kringell 2 94116 Hutthurm Telefon: 08505/918126 Fax: 08505/918151 E-Mail: Heike.Greiner@lfl.bayern.de

Ein neues Gesicht in der Rhöner Apfelinitiative...

...und hoffenlich nicht nur ein neues Gesicht, sondern auch eine Hilfe, wenn ich mir dann einen Überblick verschafft habe.

Ich bin Antje Schwanke, habe Landschaftsgärtner gelernt, Gartenbau und Pädagogik studiert und arbeite seit 1999 für den Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V. in Oberbach.
Als Gartenbaustudent durfte man früher noch zum Einstieg, drei Wochen im Herbst an der Apfelernte teilnehmen. Bekam eingeschärft, wie man den Apfel richtig erntet, damit ein Lagerapfel von guter Qualität geliefert wird und in anderen Jahren, wie man einen Ertragsbaum entsprechend schneidet, damit er Leistung bringt.
Ich weiß, Streuobstwiesen sind anders und das Ziel einen guten Apfelbaum lange zu erhalten geht mit anderen Kriterien einher.

Ich freue mich auf die Aufgaben die vor mir liegen und wünsche Euch fürs Erste eine reichhaltige Blüte ohne Frost, mit vielen Insekten und hoffentlich bald ganz viel Regen.

 

Gute Vorbereitung und nachhaltiges Handeln...

...erleichtert die Arbeit. Und das gilt auch bei Streuobstäpfeln.

Das Kulturgut Streuobstwiese ist ein Schatz, den schon Generationen vor uns geschaffen, erhalten und genutzt haben. Und diesen Schatz will die Rhöner Apfelinitiative mit ihren Partnern erhalten. Dabei ist es wichtig, auch mal einen neuen Blick auf Altbewährtes zu werfen.

Früher schlossen sich Streuobstgärten rund um die Dörfer direkt an die Hausgrundstücke an. Beispiele dafür finden sich in verschiedenen Gemeinden der Bayerischen und Thüringischen Rhön. Als Apfelsorten finden sich auf diesen Wiesen Besonderheiten, die oftmals nur in einem engen regionalen Bereich vorkommen. Der Seebaer ist zum Beispiel eine solche Regionalsorte, die rund um Seeba beheimatet ist.

Auf den Wiesen nahe beim Ort wurden früher unter denn Streuobstbäumen gerne die Kälber oder Schafe gehalten. Der Weg für einen Kontrollgang war kurz, die Tränke rasch aufgefüllt und die Hochstämme boten den Tieren Schatten, ohne dass diese die Früchte erreichen und als Nahrungsergänzung genießen konnten.

Heute gibt es diese Form der Tierhaltung nur noch selten. Auch wollen die Besitzer von Streuobstwiesen nicht mehr so lange warten, bis ein Hochstamm endlich Früchte trägt. So kommt es, dass in Streuobstbeständen vermehrt auch Mittelstammbäume gepflanzt werden. Diese tragen nicht nur früher, sie sind auch für die Ernte, besonders das Pflücken von Tafelobst, besser zu erreichen.

Ich hatte mal einen sehr geschätzten Kollegen der gesagt hat: "Wer das eine will, muss das Andere mögen." Und das gilt auch für die moderne Interpretation von Streuobstwiesen. Wer nicht täglich nach Tieren sehen will, muss sich überlegen, wie er die Wiese unter den Bäumen pflegen kann. Die Mähmaschinen sind größer geworden, so dass schon der Abstand der Bäume aus Altpflanzungen eine Herausforderung darstellt. Wenn dann noch die niedrigeren Kronen von Mittelstämmen die befahrbare Fläche verkleinern, dann kommt die Erkenntnis: Hätte man daran mal bei der Nachpflanzung gedacht! Das Anlegen eines Pflanzplanes ist also nicht alleine eine Frage von schön geometrisch angeordneten Bäumen. Es geht auch um die spätere Pflege. Ein Baumschnitt verbessert nicht nur Statik und Ertrag der Bäume, er ermöglicht auch eine gute Pflege des Unterwuchses und erleichtert die Ernte.

Wer gute Kontakte zu den hart arbeitenden Landwirten, den Baumschulen und Gartenbaubetrieben der Rhön hat, wird für solche Herausforderungen eine Lösung finden. Aber das setzt voraus, dass man sich auf Augenhöhe unterhält und partnerschaftlich handelt. Alleine vom Mähen einer solch schwierigen Fläche kann ein Landwirt nicht leben. Er lebt vom Verkauf seiner Produkte, oftmals als Direktvermarkter. Wer solche Betriebe durch regionalen Einkauf unterstützt, der leistet einen weiteren Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft im Land der offenen Fernen. Gleiches gilt natürlich auch für Baumschulen. Die wissen genau, was bei einer Neupflanzung und beim Baumschnitt zu beachten ist, damit die Wiesenpflege nicht unnötig erschwert wird. Aber sie leben vom Verkauf der Bäume, einer qualifizierten Baumpflanzung und Pflegemaßnahmen. NICHT von unverbindlicher und kostenloser Telefonberatung! 

An dieser Stelle möchte ich all denen danken, die durch faires Handeln eine regionale Wertschöpfungskette trotz erhöhtem Aufwand unterstützen. Woran Sie diese regionale Philosophie beim Einkauf oder dem Gaststättenbesuch erkennen? Achten Sie beispielsweise auf das Siegel der Dachmarke Rhön und schauen Sie bei der Speisekarte gerne auch mal in die Einleitung zum Selbstverständnis des Wirtes oder den Anhang zu den regionalen Lieferanten.

Aber ich will diesen Artikel nicht mit erhobenem Zeigefinger beenden, denn es gibt erfreuliche Tendenzen: Nachdem die Wertschätzung der Streuobstwiesen und Produkte um 1970 einen Niedergang erlebt hat, kümmern sich inzwischen oftmals die Enkel der ursprünglichen Streuobstbauern wieder mit großem Einsatz und oft im Nebenberuf um die Bäume. Diese Menschen möchte die Apfelinitiative mit Ihren Partnerbetrieben unterstützen, damit wir auch morgen noch kraftvoll in leckere Streuobstäpfel reinbeißen können.

einen guten Apfelsommer wünscht

Eure Astrid Schäfer

- die sich der abgebildeten Streuobstwiese angenommen hat - 

 

Wie Öko ist BIO?

Diese Überschrift ist mir im "tegut Marktplatz" für März und April sofort aufgefallen. Wir haben im Verein immer wieder mal Rückfragen, weil nicht jedem klar ist, dass es nicht reicht, seine Streuobstbäume nicht zu spritzen.

Aber viel interessanter als die formalen Vorgaben zur Bio-Zertifizierung ist ein anderer Gedanke aus dem Artikel: Was gehört eigentlich zu ökologisch sinnvollem Genuss? Und schon bekommt das Thema eine weiter Dimension: den Transport und die Zwischenlagerung.

In diesem Zusammenhang lohnen sich regionale Netzwerke und der Blick über den Zaun. Denn wer weiß, wie in den Streuobstwiesen in seiner Heimat gewirtschaftet wird, der kann Vertrauen zum Erzeuger haben. Und wer die Initiative ergreift, direkt bei den Bewirtschaftern Obst zu kaufen, der spart Transportwege und schont damit die Umwelt.

Es lohnt sich, miteinander zu reden! Einfach mal nachfragen, ob man Äpfel beim Erzeuger kaufen kann. Vielleicht hat dieser noch einen Tipp, zu Sorten, die bei guter Lagerung bis weit ins nächste Jahr zu haben sind.

Und den Artikel finden Sie hier auf Seite 18: https://www.tegut.com/e-book/tegut-kundenmagazin-maerzapril-2017/online-anschauen.html?piwa=magazinre&cHash=5995e8c5fe6a6050d7bdbf24c460d2b0

Rhöner Apfelinitiative e.V. • Eisenacher Straße 24 • D-36115 Ehrenberg-Seiferts/Rhön